Manchmal ist Frühaufstehen angesagt
„Wir wandern in Ording über Deich und Dünen nordwestwärts vorbei am Rettungspodest zum Püttenfeld am Hafenpriel bzw. an der Ordinger Odde.
„Wir wandern in Ording über Deich und Dünen nordwestwärts vorbei am Rettungspodest zum Püttenfeld am Hafenpriel bzw. an der Ordinger Odde.
| Nach einer solchen Sturmflut ist Bernsteinzeit! |
Stets den Westerhever Leuchtturm im Blick, erreicht man nach ca. 20 Minuten das Gebiet, wo sich bei Niedrigwasser die meisten Bernsteine finden lassen. Hier lagert das Meer auf den harten Sänden, teils im Flutsaum, teils in den Kaffeegrusfächern Bernsteinsplitter, kleinere Bruchstücke, aber auch manchmal große, von den Gewalten des Meeres rund geschliffene Exemplare des Nordseegoldes ab. Besonders nach heftigen Stürmen, die den Bernstein aus seinen Adern am Meeresgrund herausspülen, wird man fündig.
Die typische Haltung beim Bernsteinsuchen ist der gebeugte Rücken mit häufigem Bücken zum Prüfen des Erspähten, ein Vorgang, der anfangs trotz beständiger Wiederholung noch wenig Erfolg bringt. Erst das langsame Einüben auf die sehr unterschiedlichen Farben (von hellweiß über grün und gelb bis orange, rot und schwarz) und Formen (Splitter, Krümel, kleine Kugeln, unregelmäßige oder glattflächige Brocken) macht aus dem Sucher einen Finder. Bei Hohlebbe gilt es, im letzten Schwappen der Wellen die frei umher schwimmenden heraus zu fischen, was ein sehr gutes Auge erfordert. Von weitem kann man die Bernsteinjäger nicht nur an ihrer Körperhaltung erkennen, sondern auch am sehr langsamen Gehtempo und ihrer flächenmäßigen Verteilung im Püttenfeld.
Und wenn die Flut wiederkehrt, wandern viele auf dem Rückweg noch einmal ganz entspannt die Spülkante ab, die Finger zufrieden um die gefundenen Schätze in der Jackentasche kreisend. Nur sehr selten kehrt jemand ohne urzeitliche „Beute“ zurück. Allerdings: Da Bernsteinjagen sich immer nach der Tide richten muss (Nur bei ablaufendem Wasser und nebelfreier Sicht hinausgehen!), ist oftmals auch Frühaufstehen angesagt.“
Text und Bilder: Jürgen Rust, www.zumaltenanker.de







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